Zwischen 1939 und 1945 wurden im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms mehr als 320.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen ermordet. Für München war die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar der zentrale Ort der Selektion – und teilweise auch der Ermordung.
Das Gedenkbuch für die Münchner Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde verzeichnet 2.026 Namen und Lebensdaten von Bürger*innen dieser Stadt, die als „lebensunwertes“ Leben verfolgt und ermordet wurden. Anhand historischer Dokumente werden einzelne Biografien rekonstruiert und sichtbar gemacht. Von diesen Lebensgeschichten ausgehend richtet sich der Blick auch auf die beteiligten Institutionen und Akteure der Täterseite: Ihre Handlungsspielräume, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten werden anhand exemplarischer Biografien nachvollziehbar und kritisch befragt.
Der Workshop mit Sibylle von Tiedemann, Mitherausgeberin des Gedenkbuchs für die Münchner Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde, ist Teil des Begleitprogramms zur Schaufenster-Ausstellung Unerhörte Eingaben. Dallmayr ∙ Emmerling ∙ Winterhalter der Gedenkinitiative für NS-„Euthanasie“-Opfer.
Infos zur Veranstaltung
- Ort
- NS-Dokumentationszentrum München, Treffpunkt: Foyer
- Dauer
- 4 Stunden
- Teilnahme kostenfrei