Gedenkveranstaltung

Zur Erinnerung an die Deportation der Münchner Sinti und Roma

13. März 2026 | 19.00 Uhr

Josef Maria Schneck, um 1935. Deportiert am 13. März 1943 nach Auschwitz. Ermordet am 29. April 1943 oder am 10. Januar 1944. Ein eindeutiges Todesdatum ist nicht überliefert. | Privatbesitz

Am 13. März gedenkt die Landeshauptstadt München alljährlich der Opfer des Völkermords an den Sinti*zze und Rom*nja. Am 13. März 1943 veranlasste die Münchner Polizei die Deportation von 141 Sinti*zze und Rom*nja aus München und Umgebung in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Bereits am 8. März 1943 begannen in München die Verhaftungen ganzer Familien. Viele der Frauen, Männer und Kinder fielen dort den Mordaktionen und den grausamen Bedingungen zum Opfer oder wurden in anderen Konzentrationslagern ermordet.

Nach Kriegsende setzten sich die Diskriminierung und Kriminalisierung der wenigen Überlebenden in Behörden, Schulen und Institutionen fort. Sie erfuhren weder eine Anerkennung als Opfer nationalsozialistischer Verfolgung noch erhielten sie Entschädigungsleistungen. Die Täter*innen hingegen konnten in den allermeisten Fällen ihre Karrieren ungebrochen weiterführen. Auch heute noch sehen sich Angehörige der Minderheit mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert. 
 

Programm

16.00 Uhr | Platz der Opfer des Nationalsozialismus
Kranzniederlegung und Namenlesung

Grußworte
Stadträtin Mona Fuchs in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München
Marek Wiechers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München
Erich Schneeberger, Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V.

Einführung und Moderation
Alexander Diepold, Madhouse München

Namenlesung
Hugo Höllenreiner
Marco Höllenreiner
Michael Weinzierl, Beauftragter der Bayerischen Polizei gegen Hasskriminalität, insbesondere Antisemitismus
Beschäftigte des Bayerischen Landeskriminalamts und des Polizeipräsidiums München
Schüler*innen des Städtischen Käthe-Kollwitz-Gymnasiums

Ökumenisches Gebet für die Opfer

Musikalische Begleitung
Bläserensemble des Polizeiorchesters Bayern


18.00 bis 21.00 Uhr | NS-Dokumentationszentrum München
Projektion der Namen an die Fassade des NS-Dokumentationszentrums München


19.00 Uhr | NS-Dokumentationszentrum München
Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Deportation der Münchner Sinti*zze und Rom*nja

Grußworte
Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München
Stadträtin Mona Fuchs in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München
Erich Schneeberger, Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V.

Diskussion „Wir sprechen für die, die schweigen mussten.“ 
Mit Marcella Herzenberger (RegionalverbandDeutscher Sinti und Roma – Schwaben e.V.), Radoslav Ganev (Romanity e.V.), Johann Mettbach (Madhouse München), Franz-Elias Schneck (Pro Sinti & Roma e.V.), Moderation: Özlem Sarikaya (Bayerischer Rundfunk)

Musikalische Begleitung
The Franz Ensemble Gypsy Jazz