Gespräch

People Gone Mad. Wie die Demokratie sich selbst zerstört Mit Moshe Zimmermann und Norbert Frei

8. Okt 2026 | 19.00 Uhr

© Ullstein Buchverlage

„People gone mad“ – die Leute sind verrückt geworden. Wer hat sich das zuletzt nicht schon gedacht? Moshe Zimmermann nimmt in seinem neuen Buch (Ullstein, 2026) nicht den einzelnen Menschen, sondern ganze Gesellschaften, ‚das Volk‘, in den Blick: Wo ist der Kipppunkt, was ist der Auslöser, dass scheinbar gefestigte Demokratien mit einer starken Zivilgesellschaft ins Wanken geraten, gefährliche Populist*innen die Oberhand gewinnen oder gar ein faschistischer ‚Führer‘ die Macht ergreift? Was bringt Menschen dazu, sich von hart erkämpften Grundwerten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität abzuwenden? Angesichts einer bedrohlichen Gegenwart analysiert Moshe Zimmermann markante historische Beispiele wie die Dreyfus-Affäre in Frankreich, den McCarthyismus in den USA, die Weimarer Republik in Deutschland und die Umdeutung des Zionismus in Israel. 

Im Gespräch mit Norbert Frei zeigt der renommierte Historiker, wie wir den Feinden der Demokratie auf die Spur kommen können, bevor es zum ‚point of no return‘ kommt.

Moshe Zimmermann, geb. 1943 in Jerusalem, ist Professor emeritus für moderne Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Antisemitismus und Nationalismus. Bis 2012 leitete er das Koebner Zentrum für deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschien bei Propyläen Niemals Frieden? Israel am Scheideweg, das für den Deutschen Sachbuchpreis 2024 nominiert war.

Norbert Frei, geboren 1955, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.