Das NS-Dokumentationszentrum ist dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer tief verbunden. Sein Appell an die Jugend ist im Grundstein des Neubaus eingelassen, seit 2016 wurde der Platz vor dem Haus nach ihm benannt und das nsdoku trägt die ehrenvolle Adresse Max-Mannheimer-Platz 1.
Als 23-Jähriger wurde Max Mannheimer mit seinen Eltern und Geschwistern über das Ghetto Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Mannheimers Frau, seine Eltern, seine Brüder Erich und Ernst sowie die Schwester Käthe wurden dort ermordet. Er selbst und sein Bruder Edgar wurden in das KZ Dachau deportiert, wo sie schwerste Zwangsarbeit leisten mussten, bevor sie im April 1945 von Einheiten der US-Armee befreit wurden. Seit den 1980er Jahren berichtete Max Mannheimer als Zeitzeuge über seine Verfolgung während der NS-Zeit und gab damit nicht nur seine Erfahrungen weiter, sondern verarbeitete auch den eigenen Schmerz und die Trauer. Noch früher, bereits in den 1950er Jahren, fasst Max Mannheimer seine Traumata in Kunst. Unter dem Namen ben jakov schuf er ein umfangreiches, facettenreiches Werk.
Der Abend erinnert an Max Mannheimer, der am 23. September 2016 in München gestorben ist, und zeigt seine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die – nicht immer positiven – Reaktionen, die er damit hervorrief. Im Zentrum der Veranstaltung stehen Briefe, die Mannheimer in den 1980er Jahren als Reaktion auf seine ersten öffentlichen Zeitzeugengespräche erhalten hat. Im Gespräch mit Katja Wildermuth erzählt Ernst Mannheimer von seinem Vater. Im Anschluss besteht die Gelegenheit für ein Publikumsgespräch und ein gemeinsames Beisammensein am Max-Mannheimer-Platz.
Infos zur Veranstaltung
- Ort
- NS-Dokumentationszentrum München, Treffpunkt: Saal
- Anmeldung
Keine Anmeldung notwendig.
- Teilnahme kostenfrei