Ende der Zeitzeugenschaft?
Ausstellung

24. Juni bis 14. Nov. 2021

Über die Ausstellung

Die Zeitzeugenschaft des Holocaust geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Überlebende der NS-Herrschaft können aus eigener Erfahrung sprechen – oder von jenen Menschen berichten, die im Holocaust ermordet wurden. Was bleibt, sind literarische Zeugnisse und Videointerviews der Überlebenden – sowie die Frage danach, wie wir in Zukunft mit diesem Erbe umgehen wollen.

Deshalb richten wir den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft und erkunden die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeug*in und Interviewer*in, Medium und Gesellschaft. Dabei steht die Erinnerung an die Shoah, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeug*innen überliefert ist, im Fokus. Sie wird zur Erzählung – einem Trauma abgerungen und zugleich das Produkt von Beziehungen und Interessen, abhängig von ihrem jeweiligen Kontext in Politik und Gesellschaft, vor Gericht oder Schulklassen, für die Forschung, das Fernsehen oder Kino.

Die Ausstellung Ende der Zeitzeugenschaft? hinterfragt die ‚Gemachtheit‘ der Zeitzeug*inneninterviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945.

Infos

Laufzeit
24. Juni bis 14. Nov. 2021

Social Media
#BeyondTestimony | @nsdoku

Kurator*innen
Ulla-Britta Vollhardt und Anika Reichwald

Kooperation
Entwickelt wurde die Ausstellung vom Jüdischen Museum Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Für den Ausstellungsort München ist sie vom NS-Dokumentationszentrum München inhaltlich adaptiert und um regionale Zeitzeugnisse erweitert worden.

Online-Eröffnung am 23. Juni 2021

Um dieses Video zu sehen, muss dem Dienst „YouTube" zugestimmt werden.

Eröffnung

Die Ausstellung wurde mit Grußworten von Oberbürgermeister Dieter Reiter und Kulturreferent Anton Biebl online eröffnet. Wir haben uns über Statements der Holocaust-Überlebenden und Zeitzeug*innen Charlotte Knobloch (Präsidentin der Israelitischen Kulturgemeinde München und Oberbayer) und Ernst Grube sowie ein Gespräch von Hanno Loewy (Direktor Jüdisches Museums Hohenems) und Jörg Skriebeleit (Leiter KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) gefreut. Außerdem haben Mirjam Zadoff (Direktorin NS-Dokumentationszentrum München) und Ulla-Britta Vollhardt (Kuratorin NS-Dokumentationszentrum München) zwei spannende Gespräche mit Anika Reichwald (Kuratorin Jüdisches Museum Hohenems) geführt.

Online-Begleitprogramm

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Lesung

21. Juni 2021 | „Es ist noch alles sehr frisch...“
Historiker Doron Rabinovici hat aus seinen literarischen Texten gelesen, die er Überlebenden des Holocaust gewidmet hat. Und er reflektierte seine eigenen Wandlungen im Verhältnis zum Erzählen der Überlebenden.

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Vortrag

6. Juli 2021 | Frühe Zeugnisse zum Holocaust – Themen und Formen
Historiker Markus Roth gab exemplarisch Einblicke in Themen und Formen früher Zeugnisse zum Holocaust in Polen und Deutschland und setzt sie in Beziehung zu Zeugnissen von Nicht-Jüdinnen*Juden aus dieser Zeit.

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Diskussion

21. Okt. 2021 | Erinnerung – Anerkennung oder Unbehagen?
Peter Brieger (kbo‑Isar‑Amper‑Klinikums München), Mirjam Zadoff (NS‑Dokumentationszentrums München) und Margret Hamm (Bund der Euthanasie‑Geschädigten und Zwangssterilisierten) sprachen über die Erinnerung an die Ermordung von Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen und der Zwangssterilisierung durch die Nationalsozialisten.

Blick in die Ausstellung

© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography