Ausstellung

TO BE SEEN. queer lives 19OO–195O

7. Okt. 2022 bis 21. Mai 2023

TO BE SEEN widmet sich den Geschichten von LGBTIQ* in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit historischen Zeugnissen und künstlerischen Positionen von damals bis in die Gegenwart zeichnet die Ausstellung queere Lebensentwürfe und Netzwerke, Freiräume und Verfolgung nach. 

Die Ausstellung richtet einen intimen Blick auf vielfältige Geschlechter, Körper und Identitäten. Sie zeigt, wie queeres Leben in den 1920er Jahren immer sichtbarer wurde und ein offenerer Umgang mit Rollenbildern und Begehren entstand. Homosexuelle, trans* und nichtbinäre Personen erzielten in ihrem Kampf für gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz erste Erfolge: Sie organisierten sich, kämpften um wissenschaftliche und rechtliche Anerkennung ihrer Geschlechtsidentität und eroberten eigene Räume.

Neben Anerkennung und Sichtbarkeit in Kunst und Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft nahmen aber auch die Widerstände zu. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Subkultur von LGBTIQ* weitgehend zerstört. Nach 1945 wurden ihre Geschichten und Schicksale kaum archiviert oder erinnert.

Schirmfrau der Ausstellung ist Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien.

TO BE SEEN wird durch die Kulturstiftung des Bundes und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Künstler*innen

Katharina Aigner, Maximiliane Baumgartner, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Claude Cahun, Zackary Drucker & Marval Rex, El Palomar, Nicholas Grafia, Philipp Gufler, Richard Grune, Lena Rosa Händle, Hannah Höch, Paul Hoecker, Nina Jirsíková, Germaine Krull, Elisar von Kupffer, Zoltán Lesi & Ricardo Portilho, Herbert List, Heinz Loew, Jeanne Mammen, Michaela Melián, Henrik Olesen, Emil Orlik, Max Peiffer Watenphul, Jonathan Penca, Lil Picard, Karol Radziszewski, Alexander Sacharoff, Gertrude Sandmann, Christian Schad, Renée Sintenis, Mikołaj Sobczak, Wolfgang Tillmans u.a

Begleitprogramm und Publikation

Die Ausstellung wird umrahmt von einem breit gefächerten Begleit- und Vermittlungsprogramm zu Themen wie lokaler Stadtgeschichte, Intersektionalität, Drag sowie queerer Identität in Literatur und Film. 

Ein Begleitband versammelt Texte und Kunstwerke aus der Ausstellung sowie Essays wichtiger Stimmen zur queeren Geschichte und Gegenwart aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive. Der deutsch-englische Band erscheint im November 2022 im Hirmer Verlag. Mit Beiträgen von Gürsoy Doğtaş, Michaela Dudley, Sander L. Gilman, Dagmar Herzog, Ulrike Klöppel, Ben Miller, Cara Schweitzer, Sébastien Tremblay.

Pressebilder

01 | Cover von Die Freundin vom 26. Dezember 1927 | © Forum Queeres Archiv München

02 | Unter dem Titel Transvestiten vor dem Eingang des Instituts für Sexualwissenschaft veröffentlichte Fotografie, aufgenommen anlässlich der Ersten Internationalen Tagung für Sexualreform auf sexualwissenschaftlicher Grundlage in Berlin, 1921 | © bpk / Kunstbibliothek, SMB, Photothek Willy Römer

03 | Auszug aus dem Tagebuch von Elisabeth (Lilly) Wust, August 1944 bis 28. Februar 1945 | © Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Elisabeth Wust, Foto: Jens Ziehe

04 | Polizeifoto von Liddy Bacroff, aufgenommen nach einer Festnahme 1933 | © Staatsarchiv Hamburg

05 | Lili Elbe, Paris, 1926 | Quelle: Man into Woman, An Authentic Record of a Change of Sex, London: Jarrolds, 1933

06 | Alexander Sacharoff, ca. 1914 | © Deutsches Theatermuseum München, Archiv Hanns Hold