© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

Mirjam Zadoff

Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München

Seit Mai 2018 ist Mirjam Zadoff Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München. Ihre Aufgaben umfassen sowohl das Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm als auch die Vernetzung, Repräsentation sowie die strategische, inhaltliche und organisatorische Entwicklung des 2015 eröffneten Hauses. 

Bereits mit einer der ersten, von ihr verantworteten Ausstellungen Tell me about yesterday tomorrow ließ Zadoff 2019 eine neue Richtung erkennen und verlieh dem Haus ihre eigene Handschrift, die sich auch in der sehr erfolgreichen Präsentation TO BE SEEN. Queer lives 1900 bis 1950 (2022/2023) zeigte. In dieser widmeten sich Zadoff und ihr Team nicht nur den bislang wenig beachteten Geschichten der LGBTIQ* in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern setzten durch die Verschränkung von historischen Zeugnissen, künstlerischen Positionen und digitalen Formaten neue Maßstäbe in der Vermittlung. Das digitale Storytelling zur Ausstellung wurde 2023 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. 

Neben der zeitgenössischen Kunst und der Digitalisierung spielt Partizipation für Mirjam Zadoff eine zentrale Rolle: Dank ihres Engagements entstehen immer wieder kreative Schüler*innenprojekte und Interventionen, eine Vielfalt an Workshops lädt ein diverses Publikum zum Mitmachen ein. Mit einer Sitzstruktur auf dem Vorplatz, der inklusiven Tagesbar Max und neuer Aufenthaltsmöglichkeiten im Innenraum hat sich nicht zuletzt auch der Charakter und die Wahrnehmung des Hauses verändert. Mirjam Zadoffs Leitung hat das Spektrum des NS-Dokumentationszentrums erweitert und es zu einem Ort der Diskussion und des Austausches über die deutsche Vergangenheit und deren Relevanz für die Gegenwart und Zukunft Europas – und darüber hinaus – gemacht.

Bevor Mirjam Zadoff die Leitung des NS-Dokumentationszentrums übernahm, war die an der Ludwig-Maximilians-Universität München promovierte und habilitierte Historikerin als Professorin für Geschichte und Jüdische Studien an der Indiana University in Bloomington (USA) tätig, wo sie den Alvin H. Rosenfeld Lehrstuhl inne hatte. Gastprofessuren führten sie unter anderem nach Zürich, Berkeley, Berlin oder Augsburg. In ihrer Forschung und Lehre beschäftigt sie sich mit Erinnerungskulturen, neuen Formen der Vermittlung von Geschichte, sowie der Rolle von Museen als politische und demokratische Orte. Diese Themen sind es auch, die Zadoff im NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit ihrem Team vermittelt. Dafür schöpft sie aus ihrer Expertise aus Wissenschaft, Kunst und Kultur, betritt aber gleichfalls auch einmal unbekanntes Terrain und kooperiert mit unterschiedlichen Partner*innen, um eine breite, diverse Öffentlichkeit zu erreichen.

Mirjam Zadoff schreibt Gastkommentare für die SZ, die FAZ, den Freitag oder Die Presse. Sie lehrt an der Hochschule für Politik der TUM München, sowie an der Fakultät für Geschichte der LMU München und ist Herausgeberin und Autorin zahlreicher Bücher, Ausstellungskataloge und Artikel, darunter: Tell me about yesterday tomorrow, hg. mit Nicolaus Schafhausen, Annette Kelm – Die Bücher, hg. mit Udo Kittelmann und Nicolaus Schafhausen, sowie die in mehrere Sprachen übersetzten Monographien Der rote Hiob. Das Leben des Werner Scholem und Nächstes Jahr in Marienbad. Gegenwelten jüdischer Kulturen der Moderne. 2023 veröffentlichte sie den Band Gewalt und Gedächtnis: Globale Erinnerung im 21. Jahrhundert undgab 2024 gemeinsam mit Lena Gorelik und Miryam Schellbach die Essaysammlung Trotzdem sprechen heraus. Zuletzt erschien ihr Buch Wie wir überwintern: Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten (Hanser, 2025).

In verschiedenen Gremien und Mitgliedschaften setzt sich Mirjam Zadoff für eine offene Gesellschaft, für Demokratie und Teilhabe, für Wissenschaft, Kunst und (Erinnerungs-)Kultur ein. Sie ist außerordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied des Hochschulrates der Akademie der Bildenden Künste München und des Kuratoriums der Technischen Universität München. Als Beiratsmitglied engagiert sie sich für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Humboldtforum, die Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, die Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, das Goethe-Institut und das Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus. Mirjam Zadoff wurde unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Thomas-Dehler-Preis ausgezeichnet.

„Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen war ein politischer und ein widerständiger Akt – getragen zuallererst von Überlebenden, und später von Menschen und Initiativen aus allen Teilen der Gesellschaft und aus vielen Ländern. Die Erinnerungskultur in Deutschland ist ein Ergebnis dieses grenzüberschreitenden Engagements, ein Ergebnis der Vielfalt und Offenheit des Denkens, und damit ein zutiefst demokratisches Projekt. Dieses Erbe ist ein Privileg, und zugleich bedeutet es eine große Verantwortung: im Widerstand gegen populistischen Faschismus und neue Formen von Antisemitismus und Rassismus, und im Eintreten für eine offene und liberale Gesellschaft.“

Mirjam Zadoff

Kurzbio

Mirjam Zadoff ist seit 2018 Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München. Zuvor war sie Professorin für Geschichte und Inhaberin des Alvin H. Rosenfeld Chairs in Jewish Studies an der Indiana University Bloomington. Gastprofessuren führten sie unter anderem nach Zürich, Berkeley, Berlin oder Augsburg. Aktuell lehrt sie an der LMU und der TUM München. Sie ist Herausgeberin und Autorin zahlreicher Bücher, Ausstellungskataloge und Artikel, darunter zuletzt: Wie wir überwintern: Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten (2025), Gewalt und Gedächtnis. Globale Erinnerung im 21. Jahrhundert (2023); TO BE SEEN. Queer Lives 1900-1950, Ausstellungskatalog, hg. mit Karolina Kühn; Trotzdem sprechen, hg. mit Lena Gorelik und Miryam Schellbach (2024); sowie Fragile Demokratien. Was freie Gesellschaften bedroht – und was sie zusammenhält. hg. mit Denis Heuring und Paul-Moritz Rabe (2024).

Gremien und Mitgliedschaften

  • Stiftungsrat des Friedenspreises des deutschen Buchhandels

  • Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Internationaler Beirat

  • Stiftung Humboldt-Forum, Kuratorium

  • Akademie der Bildenden Künste München, Hochschulrat

  • Akademie Schloss Solitude, Beirat

  • Kunstverein München, Vorstand

  • Bayerische Akademie der Wissenschaften

  • Technische Universität München, Kuratorium

  • Haus der Geschichte Bonn, Wissenschaftlicher Beirat

  • Jüdisches Museum Wien, Wissenschaftlicher Beirat

 

 

Pressebilder

01 | Dr. Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München | © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

02 | Dr. Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München | © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

03 | Dr. Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München | © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

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