Polizisten drangen in die Wohnung der Familie Höllenreiner und nahmen sie mit ins Polizeipräsidium an der Ettstraße, März 1943 | © How2AG 2022

Gedenkveranstaltung

München arbeitet auf. Der vergessene Holocaust an Sinti*zze und Rom*nja in der NS-Zeit Zum Internationalen Gedenktag des Genozids an den Sinti*zze und Rom*nja Europas am 2. August

2. Aug 2022 | 19.00 Uhr

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurde das so genannte ‚Zigeunerlager‘ im Block II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau endgültig ‚geräumt‘. In dieser Nacht wurden mehr als viertausend Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, in den Gaskammern getötet. Anlässlich des internationalen Gedenktags des Genozids an den Sinti*zze und Rom*nja Europas soll auf dieses grausame Verbrechen aufmerksam gemacht werden, das in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt geblieben ist. Zugleich wird der Fokus auch auf das Leid und die Ungerechtigkeit gelenkt, die den Überlebenden nach 1945 widerfahren sind.

Unter dem Leitmotiv „Stell Dir vor, Du überlebst Auschwitz und niemanden interessiert‘s“ will der gemeinnützige Münchner Verein RomAnity in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München auf den ‚vergessenen Holocaust‘ aufmerksam machen.

Zur Gedenkveranstaltung sprechen Staatsministerin Claudia Roth (via Video-Botschaft) und Bürgermeisterin Verena Dietl sowie Radoslav Ganev (Gründer des Vereins RomAnity) und Paul-Moritz Rabe (NS-Dokumentationszentrum München).

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wird auch der neue Webauftritt des Vereins vorgestellt, der mit interaktiven Beiträgen Interesse für die Geschichte von Sinti*zze und Rom*nja in München und Oberbayern wecken will. „Nachvollziehbar, anschaulich und didaktisch modern aufbereitet – so soll jede und jeder nachlesen können, wie Sinti*zze und Rom*nja gelitten haben, noch lange nach Kriegsende“, beschreibt Radoslav Ganev, RomAnity-Gründer und Ideengeber, ein wichtiges Ziel des neuen Onlineangebots. Auf der interaktiven Webseite und in einer App wird die Geschichte der Verfolgung der Sinti*zze und Rom*nja in Bayern und dabei speziell in München aufgearbeitet. U.a. wird die Leidensgeschichte einzelner Münchner*innen virtuell dargestellt und von deren Nachfahr*innen nachgesprochen. Zielgruppe sind alle historisch und gesellschaftlich Interessierten, Schüler*innen und Student*innen, aber auch historisch interessierte Tourist*innen.

Das Onlineprojekt von RomAnity e.V. wurde von der Medienagentur How2, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert.