Über die Ausstellung
48 Kinder der dritten Klasse der Jüdischen Volksschule München, versammelt zum Klassenfoto im Schulhof – eine Momentaufnahme aus dem Sommer 1937. Es ist das letzte Bild, auf dem die Kinder vereint sind. Das Foto ist Ausgangspunkt für eine intensive Spurensuche. Die Ausstellung geht den Lebenswegen der Kinder nach. Sie fragt nach Überlebensstrategien, Fluchtwegen, Fremdheits- und Verlusterfahrungen und dem Ankommen im Neuen. Und sie bildet Leerstellen ab – die Abwesenheit derer, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer gefallen sind. Dabei eröffnen sich übergeordnete Fragen: Was bedeutet es, in unmenschlichen Zeiten Kind zu sein? Wie prägen Heimatverlust und Zwangsmigration die davon betroffenen Menschen? Und wie wirken diese Erfahrungen in den Familien nach?
Die Ausstellung basiert auf einer Idee und den Recherchen der Historikerinnen Kristina Milz und Julia Schneidawind, deren Buch zum Thema voraussichtlich im Herbst 2026 im Verlag C.H. Beck erscheinen wird.