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NS-Ideologie, Bildhauerei und Wiedergutmachungspolitik Spaziergang und szenische Lesung mit Samuel Fischer-Glaser, Angela Stiegler und Magdalena Wisniowska

22. April 2026 | 16.30 Uhr

Samuel Fischer-Glaser und Angela Stiegler, Proben für das Temporäre Denkmal „Au au au Hi hi hi“ (2025), Foto: Constanza Meléndez | © VG-Bild Kunst Bonn, 2025

Die Künstler*innen Samuel Fischer-Glaser und Angela Stiegler untersuchen die Verbindung zwischen Bildhauerei, NS-Ideologie und den blinden Flecken der Erinnerungspolitik. Mit einem Spaziergang führen sie dafür vom Garten des Lenbachhauses ins NS-Dokumentationszentrum.

Im Fokus: zwei Biografien, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Anton Hiller, Bildhauer, manövrierte nahtlos Monarchie, Nationalsozialismus und die junge BRD. Ihm gegenüber steht Dr. Philipp Auerbach, jüdischer Überlebender, Entschädigungsbeamter, politisch verfolgt – 1952 stirbt er durch Suizid, nach einem antisemitischen Schauprozess. Die Spurensuche führt zu zwei Artefakten, die aktuell im NS-Dokumentationszentrum gezeigt werden: einer Schäferhund-Skulptur, produziert in der SS-Porzellanmanufaktur Allach, sowie einem übermalten Gemälde des NSDAP-Mitglieds Erich Mercker. Von hier aus bewegen sie sich zum Profil Auerbachs in der Dauerausstellung, um die Versäumnisse der sogenannten Wiedergutmachung zu thematisieren.

Die Künstler*innen gehen im Gespräch mit den Kurator*innen der Ausstellung der Frage nach, inwiefern ästhetische Formen ideologisch aufgeladen sein können und wie sich faschistisches Gedankengut in scheinbar harmlosen Objekten zeigt. Sie werfen die Frage auf, welche Darstellungen im Münchner Stadtbild sichtbar sind und welche Geschichten nicht vorkommen.