Gespräch

Wie war das Leben in Theresienstadt? Nachdenken über die jüdische Holocaustgeschichte Mit Anna Hájková und Franziska Davies

13. Okt 2026 | 19.00 Uhr

Ghetto Theresienstadt, 1944 | © United States Holocaust Memorial Museum, courtesy of Ivan Vojtech Fric

Während des Holocaust bildete sich in der Häftlingsgesellschaft von Theresienstadt eine eigene soziale Hierarchie heraus. Dabei entschieden kleine Unterschiede zwischen den Häftlingen – ihr Alter, ihre Herkunft oder ihre frühere Arbeit – über Leben und Tod. In den dreieinhalb Jahren des Bestehens des Lagers schufen die Häftlinge ihre eigene Kultur und ihre eigenen Gewohnheiten, schlossen sich zusammen, verliebten sich und gründeten neue Familien.

Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen legt Anna Hájková in Das letzte Ghetto (transcript verlag, 2026) erstmals eine analytische, transnationale Kultur-, Sozial-, Geschlechter- und Organisationsgeschichte Theresienstadts vor und bietet damit neue Einsichten in die Geschichte des Holocaust.

Anna Hájková (PhD), geb. 1978, arbeitet am Institut für Geschichte an der University of Warwick, UK, und forscht im Bereich moderne europäische Kontinentalgeschichte. Für ihre wissenschaftliche Arbeit wurde sie unter anderem mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet.