Lesung

wo zeit stehen bleibt. vom tourismus und seiner gewalt Mit Sinthujan Varatharajah und Asal Dardan

6. Okt 2026 | 19.00 Uhr

Sinthujan Varatharajah, Foto: Paula Winkler | Buchcover: © Hanser Literaturverlage | Asal Dardan, Foto: Cihan Çakmak

Die Menschen bewegen sich nicht gleich. Das weiß, wer jemals an einer Flughafengrenzkontrolle oder Landesgrenze stand: was für die einen ein Durchgangstor ist, ist für andere eine unüberwindbare Mauer. Sinthujan Varatharajah schreibt über das Reisen und den modernen Tourismus, diese vermeintlich harmlose westliche Kulturpraktik, die trotz ihrer Zerstörungen vielerorts noch immer als Lebensversprechen gilt. Varatharajahs einzigartige Beobachtungen und Analysen zeigen vielschichtig, was unsere Gegenwart in jedem Begegnen und Berühren zerreißt.

Mit der Autorin Asal Dardan spricht er über sein politische wie lyrisches Buch wo zeit stehen bleibt (Hasner, 2026), das diesen Prozess nicht rückgängig machen kann, aber zeigen, wie neues Wissen ganze Weltsichten für immer verändern kann.

Sinthujan Varatharajah lebt als freie*r Wissenschaftler*in und Essayist*in in Berlin und kuratiert die Veranstaltungsreihe dissolving territories: kulturgeographien eines neuen eelam. Sinthujan Varatharajah studierte Politische Geographie und war mit der Forschungs- und Kunstinstallation how to move an arche Teil der 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Von 2017 bis 2018 war Varatharajah Vorstandsmitglied des Beirats für Asylfragen der Europäischen Kommission und arbeitete über mehrere Jahre hinweg für verschiedene Menschenrechtsorganisationen in London und Berlin.

Asal Dardan, geboren 1978 in Teheran, wuchs nach der Flucht ihrer Eltern aus dem Iran in Köln, Bonn und Aberdeen auf. Sie studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Nahoststudien in Lund. Als freie Autorin schreibt sie u.a. für Zeit Online und Die Presse. Für ihren Text Neue Jahre wurde sie mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik ausgezeichnet.