Olaf Nicolai: Oskar. Eine Camouflage am Max-Mannheimer-Platz, 2021 | © Olaf Nicolai / VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Courtesy Olaf Nicolai und Galerie Eigen+Art, Leipzig / Berlin, Foto: Edward Beierle/Axel Gundermann

Rundgang

Olaf Nicolai: Oskar. Eine Camouflage

7. Okt 2021 | 17.30 Uhr

Der Künstler Olaf Nicolai zeigt am Max-Mannheimer-Platz die ortsspezifische Kunstinstallation Oskar. Eine Camouflage. Die Kuratorin Anke Hoffsten stellt die Kunstinstallation bei einem Rundgang vor.

Unter Bezugnahme auf das Werk des im Nationalsozialismus verfemten Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer (1888–1943) wirft die Installation Fragen nach Kunst und Künstlerschaft unter den Bedingungen der Diktatur auf. Nicolai lässt den Ort, wo sich bis Kriegsende die Parteizentrale der NSDAP befand, vermeintlich verschwinden. Für die Tarnung hat er einen Entwurf Schlemmers aus dem Jahr 1941 bearbeitet: In dessen Tarnanstrich für den Gaskessel von Stuttgart klingt noch die radikale Modernität des Bauhauses nach. Doch diese Gestaltung verfolgte keine künstlerische Absicht. Sie hatte den pragmatischen Zweck kriegswichtige Gebäude vor Bombenangriffen zu schützen.

Die Installation markiert ein Areal, das im Zweiten Weltkrieg ebenfalls mit Tarnanlagen versehen war. Nach 1945 passierte eine andere Form der ‚Unsichtbarmachung‘ – NS-Bauten wurden gegen Büsche und Grasflächen ausgetauscht. Das temporäre Kunstprojekt bezieht sich auf diese Konstellationen und aktualisiert dabei Fragen nach dem ambivalenten Verhältnis von künstlerischer Formensprache zu Politik und Ideologie.

Die Installation ist Teil von VARIOUS OTHERS, dem von 10. September bis 10. Oktober 2021 zu sehenden internationalen Programm zur zeitgenössischen Kunst.