© NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography

Meldung

Jahresprogramm 2023

Das NS-Dokumentationszentrum München wird 2023 u.a. zwei Ausstellungen eröffnen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem – angesichts der Kriegszerstörungen – hochaktuellen Themenkomplex Archiv und Gedächtnis auseinandersetzen, es wird sein Vermittlungsprogramm mit partizipativen Projekten und Kooperationen erweitern, den Bereich Forschung und Publikationen sowie Digitales weiter ausbauen und am Ausstellungskonzept des Erinnerungsortes Neuaubing arbeiten.

Ausstellungen

Noch bis 21. Mai 2023 widmet sich das NS-Dokumentationszentrum München mit der Ausstellung TO BE SEEN. queer lives 1900-1950 den Geschichten von LGBTIQ* in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ab Ende Juni 2023 wird im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung mit dem Jüdischen Historischen Institut Warschau das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos vorgestellt. Diese einzigartige Sammlung, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbe ist, dokumentiert das Leben und Sterben jüdischer Menschen im Warschauer Ghetto - ein Akt der Selbstermächtigung mit dem Ziel, der Vernichtung durch die deutschen Besatzer eine eigene Erzählung entgegenzusetzen. Die historische Ausstellung wird ab Oktober 2023 durch eine Ausstellung von Werken zeitgenössischer polnischer Künstler*innen ergänzt.
 

Veranstaltungsprogramm

Begleitend zu den Ausstellungen findet ein umfangreiches Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartner*innen statt. Themenschwerpunkte sind darüber hinaus die Krisenjahre 1923 und 1933, der 80. Jahrestag der Deportation der Münchner Sinti und Roma und das Novemberpogrom, die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen sowie Veranstaltungen zum Thema rechte Gewalt, Demokratie und transnationale Erinnerung.
 

Vermittlungsangebote

Das NS-Dokumentationszentrum führt 2023 seine zielgruppenorientierte Vermittlungsarbeit mit neuen interdisziplinären und multiperspektivischen Bildungsformaten und Methoden fort. Dazu gehören digitale Projekte ebenso wie Workshops an und mit Schulen und diversen Kooperationspartner*innen. Im Sommer bringt das NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit ausARTen/Perspektivwechsel durch Kunst die Ausstellung ToleranzRäume in den öffentlichen Münchner Raum.
 

Erinnerungsort Neuaubing

Mit Blick auf die Eröffnung der Dependance Erinnerungsort Neuaubing 2025 wird in diesem Jahr das Konzept für die digitalen und analogen Ausstellungsformate in der Baracke 5 und im Außenraum finalisiert.
 

Forschung und Publikationen

Gemeinsam mit dem Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur wird derzeit daran gearbeitet, die verschiedenen Forschungsdaten zu den Gruppen der Verfolgten des NS-Regimes in eine gemeinsame digitale Plattform zu überführen. Die Bandbreite der Publikationen wird durch die neue Reihe Public Memory sowie Veröffentlichungen zu Ausstellungen und Schwerpunktthemen des NS-Dokumentationszentrums erweitert.