Leyla Yenirce, Wenn der Kummer uns drückt, 2025 | © Courtesy of the artist and Capitain Petzel, Berlin, Foto: Connolly Weber Photography

Spring School

Schmerz braucht Raum

Globale Kriege und Konflikte als Herausforderung in der historisch-politischen Bildung
23. bis 25. März 2026

Über die Spring School

Krieg gab es seit 1945 nicht mehr in Deutschland. Und doch beschäftigen kriegerische Auseinandersetzungen die Menschen: Bilder aus Kriegsgebieten sind allgegenwärtig, Menschen fliehen hierher, Wehrpflicht und Aufrüstung sind Gegenstand politischer Kontroversen. Durch vielfältige Beziehungen und Verbindungen in Regionen, die in den vergangenen 80 Jahren zu Kriegsschauplätzen geworden sind, ist der Krieg auch in Deutschland für viele Menschen unmittelbar und nah. Sowohl die kriegerischen Auseinandersetzungen nach 1945 als auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus wirken auf die und in der Gesellschaft.

Referent*innen aus der historisch-politischen Bildung stehen dadurch vor vielfältigen Herausforderungen. Die Thematisierung internationaler Kriege und Krisen erfordert neben Wissen über das jeweilige Geschehen vor Ort viel pädagogisches Feingefühl im Umgang mit Emotionen, Betroffenheit und Polarisierung. In einer von Migration geprägten Gesellschaft stehen teilweise konkurrierende Deutungen internationaler Konflikte, vielfältige Perspektiven und verschiedene historische Bezugspunkte zu Gewaltgeschichte nebeneinander. Pädagog*innen fühlen sich mitunter unsicher und geben der Auseinandersetzung mit aktuellen Kriegen und Krisen deshalb wenig Raum. Dabei werden pädagogische Räume für den Austausch und das gemeinsame Lernen dringend gebraucht, um Empathie zu stärken, Fragen nach Erinnern und Verantwortung auszuhandeln und gesellschaftlicher Spaltung entgegenzuwirken.

Ausgehend von der Ausstellung … damit das Geräusch des Krieges nachlässt, sein Gedröhn wollen wir in der Spring School der Frage nachgehen, wie internationale gewaltvolle Konflikte wirken – einerseits vor Ort, andererseits auf die Gesellschaft in Deutschland. Was bedeutet pädagogische Verantwortung angesichts von Krieg, Polarisierung und Asymmetrien in globalen Machtverhältnissen und Diskursen in Deutschland? Wie können wir Räume schaffen für die Suche nach einer gemeinsamen Sprache der Trauer? Wie kann Bildungsarbeit den Blick auf Frieden und Solidarität richten in Zeiten der Remilitarisierung? Und was bedeutet das Lernen aus (NS-) Geschichte vor dem Hintergrund einer gewaltvollen Gegenwart? Drei Tage lang kommen wir ins Gespräch mit Expert*innen aus Wissenschaft, Bildungsarbeit und Aktivismus. 

Infos

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Datum
23. bis 25. März 2026

Ort
NS-Dokumentationszentrum München

Kosten 35,00 €

Geeignet für
Die Spring School richtet sich an Studierende, Lehrkräfte und Multiplikator*innen aus der historisch-politischen und musealen Bildungsarbeit. 

Veranstalter
NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Goethe-Institut

Programm

Montag, 23. März 2026

13.00 Begrüßung, Kennenlernen und Opening

Begrüßung
Nathalie Jacobsen und Helen Sophia Müller, NS-Dokumentationszentrum München
Shoshana Liessmann, Goethe Institut 

Opening
Aktuelle Kriege und Krisen als Herausforderungen in der historisch-politischen Bildung
Dr. Paul-Moritz Rabe, NS-Dokumentationszentrum München

14.00 Kuratorenrundgang durch die Ausstellung … damit das Geräusch des Krieges nachlässt, sein Gedröhn mit Dr. Chris Reitz

15.30 Kaffeepause

16.00 Trialog – Im Braver Space über Israel und Palästina sprechen 
Dana Tzabary und Zakariyya Meißner, Gesellschaft im Wandel

18.00 Abschlussrunde

19.00 Ende

Dienstag, 24. März 2026

09.00 Begrüßung

09.15 Panel I: Mediale Repräsentationen des Krieges

Schlaglichter des Kriegsdiskurses: Wie wird in Deutschland über Krieg gesprochen?
– Kurzvortrag von Prof. Dr. Antje Wilton, Freie Universität Berlin

Zeigen und Handeln im „Krieg der Bilder“. Zwischen fotografischer Dokumentation und Fiktionalisierung
– Kurzvortrag von Prof. Dr. Birgit Mersmann, Universität Bonn

09.45 Kaffeepause

10.00 Parallele Workshopsessions

Workshop I: Schlaglichter des Kriegsdiskurses – Prof. Dr. Antje Wilton 
Workshop II: Zeigen und Handeln im „Krieg der Bilder“ – Prof. Dr. Birgit Mersmann 

12.30 Mittagspause

13.30 Panel II: Gewaltgeschichte aufarbeiten und besprechbar machen

Witzenhausen und der Kolonialismus – Verwobene (Gewalt-)Geschichte einer Landwirtschaftsschule in Kassel
– Kurzvortrag von Johnny Ibraimo, Witzenhausen/Kassel

Krieg und sexualisierte Gewalt: Das feministische Dilemma 
– Kurzvortrag von Prof. Dr. Maja Apelt, Universität Potsdam

14.00 Kaffeepause

14.15 Parallele Workshopsessions

Workshop I: Witzenhausen und der Kolonialismus – Johnny Ibraimo
Workshop II: Krieg und sexualisierte Gewalt – Prof. Dr. Maja Apelt 

16.45 Abschlussrunde

17.00 Ende

Mittwoch, 25. März 2026

09.00 Begrüßung

09.15 Panel I: Gleichzeitigkeiten. Holocaust-Erinnern im Angesicht aktueller Kriege und Konflikte

Moving and Weaving Across Time: Objects and Associations of the Second World War in todays Russo-Ukrainian War (Englisch)
– Kurzvortrag von Liana Blikharska, Lviv Center for Urban History

Holocaust-Erinnern in der pluralen Gesellschaft
– Kurzvortrag von Maria Pasaricek und Melanie Göttfried, Universität Graz

09.45 Kaffeepause

10.00 Parallele Workshopsessions

Workshop I: Moving and Weaving Across Time – Liana Blikharska
Workshop II: Holocaust-Erinnern in der pluralen Gesellschaft – Maria Pasaricek und Melanie Göttfried

12.30 Mittagspause

13.30 Panel II: Belastung und Resilienz. Peacebuilding und Umgang mit Emotionen im pädagogischen Setting

Räume für Wut und Erschöpfung schaffen 
– Kurvortrag von Jinan Dib, Soziolinguistin und politische Bildungsreferentin 

Wege in eine friedlichere Welt – Methoden und Ansätze der Friedensbildung
– Kurvortrag von Anne Kruck, Unit Peace Education Berghof Foundation

14.00 Kaffeepause

14.15 Parallele Workshopsessions

Workshop I: Räume für Wut und Erschöpfung schaffen – Jinan Dib
Workshop II: Wege in eine friedlichere Welt – Anne Kruck

16.45 Abschlussrunde

17.00 Ende

„wir sagen, dieser krieg ist nah und dieser ist fern als wäre krieg nicht gerade das, was nicht fern sein kann“ 

– Raphaëlle Red in Schlechte Wörter: Der Schmerz

Workshops & Referent*innen

Dr. Chris Reitz: … damit das Geräusch des Krieges nachlässt, sein Gedröhn

81 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt sich, dass die mit der Nachkriegsordnung verbundene Hoffnung auf Frieden unerfüllt geblieben ist. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem langen Nachwirken von Kriegen seit 1945. Internationale Künstler*innen reflektieren in ihren Werken Erfahrungen von Gewalt, Zerstörung und Wiederaufbau. Aus Perspektiven der Migration, von oder nach Europa, erzählen sie von Verlust, Flucht und Neuanfängen. Und sie berichten von der Herausforderung, weiterzuleben. Wie prägen Erfahrungen des Krieges das Leben künftiger Generationen in pluralen, (post-) migrantischen Gesellschaften? Was bleibt – und was wird weitergegeben? Die Folgen kriegerischer Konflikte werden heute mit aufgerüsteten Grenzregimen gewaltsam verdrängt – dabei werden nicht nur Territorien markiert, sondern auch Grenzen der Empathie. Wie können wir angesichts dessen innerhalb einer vielfältigen Gesellschaft zu einer Sprache finden, die auf einer gegenseitigen Anerkennung von Leid und Trauer basiert und sich nationalistischen Ideologien verwehrt?

Chris Reitz ist Literaturwissenschaftler und Assistenzkurator am NS-Dokumentationszentrum. 2024 kuratierte er den Perspektiven – Förderpreis für junge Kunst des Kunstclub13 und 2025 die Münchner Schiene im Rahmen des Literaturfests München. Forschungsschwerpunkte bilden rechte Ideologien, Krisen / Austeritätsdiskurse und Ästhetiken des Widerstandes.

Dana Tzabary und Zakariyya Meißner: Trialog – Im Braver Space über Israel und Palästina sprechen

Das Trialog-Projekt ist ein multiperspektivisches Gesprächsformat über den Nahostkonflikt, das von Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann initiiert wurde. Ausgehend vom Ausbruch des Krieges in Israel und Gaza am 7. Oktober 2023 und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Folgen, einschließlich der starken Emotionalisierung, widmet sich das Projekt der Herausforderung, das Thema im Raum Schule besprechbar zu machen. Der Workshop selbst wird als Trialog gestaltet. Zudem lernen wir das Konzept des Braver Space kennen und reflektieren einen begegnungspädagogischen Ansatz zur Bearbeitung internationaler Kriege und Konflikte.

Prof. Dr. Antje Wilton: Schlaglichter des Kriegsdiskurses

Im Workshop wollen wir uns den Kriegsdiskurs in Deutschland näher anschauen. Welche Begriffe, Phrasen und Schlagwörter kommen vor, wo finden wir sie besonders häufig und wie werden sie strategisch eingesetzt? Was sagt das über die Positionen aus, die im Diskurs von verschiedenen Akteur*innen vertreten werden? Anknüpfend an aktuelle Ereignisse diskutieren wir diese und weitere Fragen anhand verschiedener Quellen. Eine erste Orientierung bietet uns die Übersicht des Diskursmonitors aus dem Frühjahr 2022, in den Teilnehmende gerne schon vorab einen Blick werfen können.

Antje Wilton ist Professorin für Englische Soziolinguistik an der Freien Universität Berlin. Sie ist Gründungs- und Redaktionsmitglied der Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention und beschäftigt sich unter anderem mit der Beobachtung und Analyse öffentlicher Diskurse, mit sozialer Interaktion und Gesprächsforschung sowie der Rolle des Englischen als globaler Verkehrssprache.

Prof. Dr. Birgit Mersmann: Zeigen und Handeln im „Krieg der Bilder“

Seit der visuellen Dokumentation von Kriegen stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen Konfliktbildern und Bildkonflikten. Durch den Einsatz von KI-Bildgeneratoren hat sich die gegenwärtige Repräsentationskrise in der bildjournalistischen Berichterstattung und der dokumentarischen Fotografie zu globalen Konflikten und Kriegen weiter verschärft. Der Workshop versucht die Verbindung aus bildlichem Zeigen und glaubwürdigem Bezeugen von Kriegsgeschehen zu ergründen: Was muss gezeigt werden, um zu informieren, aufzuklären und wachzurütteln? Was kann – und was darf – aus ethischen und rechtlichen Gründen überhaupt gezeigt werden? Und wie, mit welchen medialen, ästhetischen und narrativen Strategien kann die Fotografie das Unfassbare der Schrecken von Krieg und Terror, Verfolgung und Vertreibung wirksam vermitteln? Im Workshop untersuchen wir anhand konkreter Beispiele die bildhafte Darstellung von Kriegen und suchen nach einem Umgang damit im pädagogischen Raum. 

Birgit Mersmann ist Professorin für Zeitgenössische Kunst und Digitale Bildkulturen an der Universität Bonn. Ihre interdisziplinäre Forschung umfasst moderne und zeitgenössische westliche und ostasiatische Kunst, globale Kunstgeschichte, Migrationsästhetik, Museums- und Ausstellungsstudien, digitale Kunst, Bild- und Medientheorie sowie Geschichte und Theorie der Fotografie.

Johnny Ibraimo: Witzenhausen und der Kolonialismus

Witzenhausen beherbergt heute den Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel. Am selben Ort wurden ab 1898 an der „Deutschen Kolonialschule“ junge Menschen für den kolonialen landwirtschaftlichen Einsatz ausgebildet. Im Workshop werden anhand der Geschichte des Ortes und einzelner Biografien die ideologischen und personellen Kontinuitäten und Verbindungen von Kolonialismus zum Nationalsozialismus exemplarisch aufgezeigt. Dabei blicken wir auch auf die Rolle globaler Zusammenhänge und Transformationsprozesse im Agrar- und Ernährungssektor sowie auf den heutigen erinnerungspolitischen Diskurs und Aktivismus in Witzenhausen.

Johnny Ibraimo studiert Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen (Universität Kassel). Er ist als studentische Hilfskraft im Projekt zur Entwicklung eines Erinnerungskonzepts zur Geschichte des Ortes Witzenhausen tätig. In unterschiedlichen Projekten, etwa auch als Teil der Gruppe witzenhausen postkolonial, beschäftigt sich Johnny Ibraimo mit der Geschichte seines Studienortes und dem Wandel von der „Deutschen Kolonialschule“ zum heutigen Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften. Besonderes Interesse in seiner Auseinandersetzung bilden dabei die Themenkomplexe Landwirtschaft und Kolonialismus, die NS-Agrarpolitik und die Geschichte des Ökolandbaus.

Prof. Dr. Maja Apelt: Krieg und sexualisierte Gewalt

Die Gegenüberstellung von wehrhaftem, kriegerischem Mann und friedfertiger, schutzbedürftiger Frau hatte und hat gravierende Folgen für die Geschlechterverhältnisse in der Gesellschaft und dafür, wie Kriege geführt werden. Eine Folge ist, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen zur Kriegswaffe wurde. Welche Folgen hat das für die Opfer und ihre Familien? Welche Folgen haben Kriege und sexualisierte Gewalt für Männer und Männlichkeiten? Und was ändert sich, wenn Frauen in zunehmender Zahl als Soldatinnen an den Konflikten und deren Bewältigung beteiligt sind? Was lässt sich daraus für die feministische Friedensarbeit ableiten?

Maja Apelt lehrt und forscht an der Universität Potsdam zu Fragen der Integration und Gleichstellung von Frauen in der Bundeswehr, zu Männlichkeit in den Streitkräften und zu Diversität in verschiedenen Organisationen (Militär, Krankenhaus, Schule). Sie hat sich außerdem mit sexualisierter Gewalt in Kriegen und in Streitkräften auseinandergesetzt.

Liana Blikharska: Moving and Weaving Across Time auf Englisch

After the start of Russia's full-scale invasion of Ukraine, a journalist and local historian from Bakhmut, Donetsk oblast, evacuated to Germany. There, she encountered a collection of photographs taken in her hometown between 1941 and 1943. Through communication mediated by a German professor, who facilitated the transfer of the photographs from the family of their author—a Luftwaffe pilot—the images were digitised and returned to the residents of Bakhmut through online publications and the regional museum of local history, which is currently in evacuation. This trajectory illustrates how war moves objects across borders and decades, reactivating them in new historical and emotional contexts. The workshop takes this story as a point of departure to explore how war not only produces and/or displaces objects but also brings together temporal layers, memories, and associations, forging new meanings.

The historian Liana Blikharska is working with the Urban Media Archive at the Center for Urban History (Lviv), currently completing her PhD at the Ukrainian Catholic University. Over the past three years, she has participated in academic programs and fellowships at the Nottingham and Bielefeld universities, the Imre Kertész Kolleg Jena, the European Holocaust Research Infrastructure (EHRI), the European Network Remembrance and Solidarity (ENRS) and the Reinwardt Academy (the Amsterdam University of the Arts). 

Melanie Göttfried und Maria Pasaricek: Holocaust-Erinnern in der pluralen Gesellschaft

Das Forschungsprojekt Das Gedächtnis des Klassenzimmers. Multidirektionales Erinnern in Grazer Schulen nimmt Anschluss an den sogenannten Historiker*innenstreit 2.0 und Michael Rothbergs Konzept der multidirektionalen Erinnerung. Untersucht wird, wie unterschiedliche Geschichte(n), insbesondere im Kontext von Migration und Flucht sowie lebensgeschichtliche und familiäre Erzählungen, im Klassenzimmer aufeinandertreffen und ausgehandelt werden. Im Zentrum des Workshops steht die Frage, welche historischen Narrative im Unterricht sichtbar werden, welche ausgeblendet bleiben und welche Rolle Lehrpersonen in diesen Aushandlungsprozessen einnehmen (können). Mit Hilfe von Interviewmaterial, das 2025 in Zusammenarbeit mit über 40 verschiedenen Schüler*innen im Alter von 13 bis 15 Jahren erhoben wurde, sollen diese Fragen untersucht und diskutiert werden. 

Melanie Göttfried und Maria Pasaricek sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Promovierende der Geschichtsdidaktik am Centrum für Jüdische Studien an der Universität Graz. Sie arbeiten im Sparkling-Science-Projekt Das Gedächtnis des Klassenzimmers. Multidirektionales Erinnern in Grazer Schulen (MEiK). Zudem haben sie in Zusammenarbeit mit erinnern.at und dem OeAD einen IWalk zum Thema Jüdisches Leben in Graz vor 1938 konzipiert, der im Mai 2026 vorgestellt werden wird.

Jinan Dib: Räume für Wut und Erschöpfung schaffen

Internationale Konflikte hinterlassen Spuren – auch bei Menschen in Deutschland, die scheinbar weit entfernt davon leben. Pädagogische Fachkräfte und Referent*innen aus der historisch-politischen Bildung erleben, wie herausfordernd es ist, inmitten gesellschaftlicher Spannungen mit Unsicherheiten, Ambivalenzen und starken Emotionen umzugehen. Gefühle wie Trauer, Wut, Erschöpfung und Überforderung sind mögliche Reaktionen auf komplexe Entwicklungen und polarisierenden Diskurse. Das kann zur Belastung werden. In diesem Workshop schaffen wir einen Raum, in dem Wut und Erschöpfung wahrgenommen und gespürt werden dürfen. Mit biografischen Impulsen und kreativen Übungen wollen wir uns selbst empathisch und ressourcenorientiert begegnen, Erfahrungen teilen und Verbundenheit stärken.

Jinan Dib ist Soziolinguistin und als politische Bildungsreferentin bundesweit im Kontext von Antidiskriminierung, Rassismuskritik und Empowerment tätig. In dieser Funktion arbeitete Jinan Dib unter anderem mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Empowerment Akademie von Coach e.V. zusammen. Als Lehrbeauftrage unterrichtet Jinan Dib an mehreren Hochschulen und veröffentlichte zahlreiche Publikationen zum Thema Powersharing und Rassismuskritik in der Migrationsgesellschaft.

Hinweis: Der Workshop ist kein therapeutisches Angebot. Wir arbeiten auf einer erfahrungsorientierten, kollegialen Ebene. Eine gewisse emotionale Stabilität und die Fähigkeit zur Selbstfürsorge sind Voraussetzungen für die Teilnahme. 

Anne Kruck: Wege in eine friedlichere Welt

Der Workshop zeigt auf, wie wir Konflikte analysieren und besser verstehen, Friedensbegriffe erarbeiten, Szenarien für die Zukunft entwickeln und eigene Handlungsoptionen entdecken können. Hierbei kommen erprobte, praktische Tools und Materialien aus der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg sowie aus der internationalen friedenspädagogischen Arbeit zum Einsatz.

Anne Kruck leitet das Team Friedenspädagogik bei der Berghof Foundation, einer gemeinnützigen und unabhängigen Nichtregierungsorganisation. Sie führt Lehrkräftefortbildungen durch und entwickelt Lernmaterialien und Curricula mit nationalen und internationalen Partner*innen zur Friedenspädagogik.

Ausstellung

… damit das Geräusch des Krieges nachlässt, sein Gedröhn

Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem langen Nachwirken von Kriegen seit 1945. Internationale Künstler*innen reflektieren in ihren Werken Erfahrungen von Gewalt, Zerstörung und Wiederaufbau. Aus Perspektiven der Migration, von oder nach Europa, erzählen sie von Verlust, Flucht und Neuanfängen. Und sie berichten von der Herausforderung, weiterzuleben. Wie prägen Erfahrungen des Krieges das Leben künftiger Generationen in pluralen, (post-)migrantischen Gesellschaften? Was bleibt – und was wird weitergegeben?

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