Karoline Adler (15.5.1902 München - 25.11.1941 Kaunas / Litauen)

Biografien
Verfasst von Edith Raim

Sekretärin, Holocaust-Opfer

Karoline Adler | StadtAM

Karoline Adler arbeitete nach einer sechsjährigen Schulbildung an einem Gymnasium mehrere Jahre als Privatsekretärin. Ab März 1936 lebte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Elsa Balbier in einer Wohnung in der Unertlstraße 4 in München, die sie vier Jahre später aufgrund der ‚Arisierung‘ der Wohnung verlassen mussten. Die Schwestern arbeiteten anschließend als Haushaltshilfen bei der Familie Schülein in einer sogenannten ‚Judenwohnung‘ in der Giselastraße 6. Bereits im September 1941 mussten sie in das Barackenlager an der Knorrstraße 148 ziehen, das als Sammelstelle für die Deportation der Münchner Juden*Jüdinnen diente.

Am Morgen des 20.11.1941 gehörte Karoline Adler zu den etwa 1000 Menschen, die unter Gestapo-Bewachung von der ‚Judensiedlung‘ Milbertshofen zum Bahnhof getrieben wurden. Für die Beförderung zu den Zielorten mussten die Vertriebenen pro Kopf 50 Reichsmark bezahlen. Die Fahrt dieses ersten Deportationstransports ins litauische Kaunas dauerte drei Tage. Zwei Tage nach ihrer Ankunft wurden fast 1000 Menschen gemeinsam mit Juden*Jüdinnen aus anderen Städten des Reichs im Hof alter Festungsanlagen, des sogenannten IX. Forts, in Kaunas erschossen.

Quellen

Stadtarchiv München (Hg): “... verzogen, unbekannt wohin”. Die erste Deportation von Münchner Juden im November 1941, Zürich 2000.
Stadtarchiv München (Hg.): Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945, Bd.1, München 2003; online: https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=208 (zuletzt aufgerufen am 30.1.2024).

Empfohlene Zitierweise

Edith Raim: Adler, Karoline (publiziert am 27.02.2024), in: nsdoku.lexikon, hrsg. vom NS-Dokumentationszentrum München, URL: https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/adler-karoline-8